>Lebensmittelzusatzstoffe unter der Lupe – Konradin Wissens-Ecke

„Lebensmittelzusatzstoffe unter der Lupe – Konradin Wissens-Ecke“

Zusatzstoffe in Lebensmitteln müssen in Deutschland auf den Verpackungen kenntlich gemacht werden. Aber was steht tatsächlich hinter den E-Nummern? Unterschieden wird nicht nur zwischen tierischen Zusatzstoffen, sondern auch nach Inhaltsstoffen mit unklarer Herkunft. Zusätzlich gibt es zahlreiche Labels, welche beispielsweise Bio-Qualität oder ein veganes Produkt kenntlich machen.

Zusatzstoffe in Lebensmitteln: diese drei Kategorien gibt es

Die Unterteilung von Lebensmittelzusatzstoffen findet vor allem in drei Kategorien statt: Süßungsmittel, Farbstoffe sowie übrige Zusatzstoffe. Letztere umfassen eine besonders große Gruppe, unter anderem mit Geschmacksverstärkung, Stabilisatoren, Emulgatoren, Konservierungsmitteln oder Säuerungsmitteln. Die Gesetzgebung sieht bei der Zufuhr und dem Einsatz von Lebensmittelzusatzstoffen eine klare Linie vor: Sie sind grundsätzlich verboten. Nur, was die EU als unbedenklich genehmigt hat, darf in Lebensmitteln Anwendung finden. In den neuen EU-Regularien ist beispielsweise bei der gewerblichen Lebensmittelzubereitung die Acrylamid-Vermeidung vorgesehen.

E-Nummern: Was bedeuten sie eigentlich?

Wer sich auf den Lebensmittelverpackungen einmal näher umschaut, stellt vor allem häufig eine lange Liste von E-Nummern fest. Die Liste umfasst mehr als 300 Emulgatoren, welche in der EU als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen sind.

Hierzu zählt beispielsweise auch E 955, besser bekannt als Sucralose. Der Süßstoff wird vereinzelt in besonders süßen Liquids für E-Zigaretten gemeinsam mit Triacetin eingesetzt. Nach Kritik an dem Süßstoff gaben die großen deutschen Verbände des E-Zigarettenhandels BfTG und VdeH Studien in Auftrag. Das Ergebnis: Bei einem geringen Sucraloseanteil unter 0,5 Prozent ist eine Gefährdung von Dampfern nicht nachweisbar.

Es gibt aber noch weitere Emulgatoren, welche in vielen Lebensmitteln vorkommen: E 120, E 901 sowie E 904. Der Zusatzstoff E 120 ist ein Farbstoff, welcher einen tierischen Ursprung hat und aus Scharlach-Schildläusen (genauer gesagt den befruchteten Weibchen der Gattung) gewonnen wird. E 901 ist ebenfalls häufig in Lebensmitteln zu finden und steht für Bienenwachs. Genutzt wird er beispielsweise als Überzugsmittel für Süßwaren, Früchte oder Nüsse. E 904 findet ebenso vor allem in der Nahrungsmittelindustrie Anwendung und wird dort ebenfalls als Überzugsmittel genutzt. Dieser Emulgator ist ebenfalls tierischen Ursprungs, denn er wird aus den Exkrementen von bestimmten Schildläusen gewonnen.

Lebensmittelzusatzstoffe mit undefinierter Herkunft

Die Schadstoffe in Lebensmitteln werden auch mit unklarem Ursprung klassifiziert. In diesen Bereich fallen Zusatzstoffe, welche gegebenenfalls tierischen Ursprung haben könnten, die Zuordnung jedoch nicht eindeutig ist. Beispiele dafür sind Lecithin sowie Lysozym. Gewonnen werden können sie aus Hühnereiern oder durch Mikroorganismen mit gentechnischer Veränderung sowie Pflanzenölen. Die Stoffe werden mit den Nummern E 1105 (Lysozym) und E 322 (Lecithin) bezeichnet.

Funktionsweise der Zusatzstoffe

Die Zusatzstoffe in den Lebensmitteln haben unterschiedliche Funktionen. Antioxidantien beispielsweise sorgen für eine lange Haltbarkeit. Emulgatoren sind für eine bessere Mischung von eigentlich nicht mischbaren Stoffen wie zum Beispiel Wasser und Öl wichtig. Verdickungsmittel beeinträchtigen die Konsistenz (u. a. in Pudding oder Eis) und Geschmacksverstärker aktivieren unsere Geschmacksknospen. Konservierungsstoffe tragen zur Hemmung von Mikroorganismen bei und verlängern die Haltbarkeit.

Die Liste der Zusatzstoffe in einem Hamburger kann lang sein: Natriumascorbat, Natriumnitrit u.v.vm. finden sich in unzähligen Lebensmitteln. Bildquelle: : pixabay.com @ Shutterbug75 (CC0 Creative Commons)

Diese Lebensmittelzusatzstoffe am besten meiden

Es gibt einige Lebensmittelzusatzstoffen, welche sich in vielen Produkten finden, die aber höchst bedenklich sind. Zu diesen gehört beispielsweise E 102 (Tartrazin), was vor allem in Süßigkeiten, Puddingpulver, Senf oder Schmelzkäse zu finden ist. Verantwortlich ist der Farbstoff in den Lebensmitteln für die gelbe Nuance, doch er kann für einige Menschen nachteilige Auswirkungen haben. Wer beispielsweise sensitiv auf Benzoesäure oder Aspirin reagiert, kann durch Zufuhr von E 102 allergische Reaktionen erleben. Ebenso bedenklich ist Tartrazin für Asthmatiker. Norwegen hat aufgrund des Gefährdungspotenzials von E 102 ein Verbot für diesen Farbstoff in den Lebensmitteln ausgesprochen.

Ähnlich differenziert wird das Risikopotenzial bei E 104 eingeschätzt, besser bekannt als Chinolingelb. Vorhanden ist es beispielsweise in Kaugummi, Obstweinen, Götterspeise und Brausepulver. Allerdings darf es dort gemäß EU-Richtlinie nur in geringen Mengen angewandt werden. In Norwegen, den USA sowie Japan ist der Zusatzstoff bereits verboten. Auch hier können allergische Reaktionen die Folge der Einnahme sein. Für eine gesündere Ernährungsweise ohne schädliche Lebensmittelzusatzstoffen können ein Blick über den Tellerrand und die Erkenntnisse internationaler Wissenschaftler hilfreich sein.

E 173 (Aluminium) als unterschätztes Gesundheitsrisiko in Lebensmitteln

Der Zusatzstoff Aluminium wurde in der Vergangenheit vor Jahren vor allem in Deodorants eingesetzt. Mittlerweile setzen immer mehr Hersteller auf aluminiumfreie Produkte, denn häufig sind Hautreizungen die Folge des Kontakts mit Aluminium. Außerdem steht es in Verdacht, Brustkrebs, Demenz sowie Alzheimer auszulösen. Der Zusatzstoffe E 173 ist nicht nur in Deodorants enthalten, sondern auch in zahlreichen Kuchen und Gebäckstücken. Dort wird es häufig für den Dekorationsüberzug eingesetzt. Da unser Körper Aluminium speichert, kann dies vor allem für Personen mit Nierenerkrankung schwerwiegende Folgen haben.

E 150 C (Ammoniak-Zuckerkulör)

Dieser Zusatzstoff ist bereits in den USA unter Beobachtung, denn er steht unter dem Verdacht, Krebs auszulösen. Enthalten ist Ammoniak-Zuckerkulör in verschiedenen Getränken wie Cola oder Whisky sowie in einigen Senfsoßen. Aufgrund von Tierversuchen mit diesem Zusatzstoff ergibt sich die Empfehlung, keine großen Mengen zu verzehren. Grund dafür sind Reaktionen wie ein gestörtes Immunsystem und Krämpfe bei den Versuchstieren.

E 151 (Brillantschwarz)

Ein beliebter Farbstoff, welcher ebenfalls häufig in Lakritz, Flüssigseife oder in Shampoos zu finden ist, ist E 151. Damit werden Produkte beispielsweise schwarz, violett oder braun eingefärbt. Jedoch ist der Zusatzstoff umstritten, denn er steht im Verdacht, allergische Reaktionen hervorzurufen. Vor allem Konsumenten, die unter Neurodermitis oder Asthma leiten, sollten auf Produkte mit E 151 verzichten.

Es finden sich häufig Zusatzstoffe im Obstregal: Kirschen und andere Obstsorten werden häufig mit Bienenwachs für eine bessere Haltbarkeit überzogen. Bildquelle: pixabay.com @ Couleur (CC0 Creative Commons)

Vegane Lebensmittel erkennen

Wer bei seinem Lebensmittelkonsum auf Produkte ohne tierische Inhalte angewiesen ist, kann sich beispielsweise am V-Label orientieren. Vegetarisch oder vegan zu essen ist aufgrund der langen Lebensmittelzusatzliste nicht immer ganz leicht und nicht jeder möchte zunächst langwierig einen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe werfen. Das V-Label hilft dabei, geeignete Produkte zu finden, denn das Qualitätssiegel genießt internationale Reputation und ist außerdem markengeschützt. Produkte mit diesem Siegel müssen strenge Kontrollen erfüllen.

Zu erkennen ist das V-Label bereits auf den ersten Blick: Es besteht aus einem gelben Kreis mit gelbem Banner darunter und einer grünen Schrift. Zusätzlich findet die Unterscheidung zwischen „vegan“ und „vegetarisch“ statt, wobei beide Qualitätssiegel von derselben Institution vergeben werden.

E 123 (Amaranth)

Es gibt Amaranth nicht nur in Form von Körnern, sondern auch als Farbstoff unter der Abkürzung E 123. Genutzt wird E 123 in Kaviar, Spirituosen und Aperitifweinen. Durch Versuche in den USA fanden Wissenschaftler heraus, dass der Zusatzstoff unter Krebsverdacht steht, sodass er dort bereits verboten ist. Menschen, die an Neurodermitis oder Asthma leiden, sollten den Konsum vermeiden.

 

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